Was tut es PDF Drucken E-Mail

1998 wurde auf dem Gelände des Seefahrtshofes in Bremen-Grohn ein neues Haus eingeweiht mit dem Wappensaal als dem zentralen Raum. Dort zieren die Originalwappen der Vorsteher, der Ober-Alten und der Verwaltenden Kapitäne seit 1586 die Wände.
In diesem Raum finden die Sessionen statt. Die Bewohner nutzen ihn für private Feiern oder für gemeinsame Veranstaltungen, und Gäste von außerhalb, die sich HAUS SEEFAHRT verbunden fühlen, sind gern gesehen.

Daneben gibt es Räume für die Verwaltung, zwei Zimmer für Gäste der Bewohner des Seefahrtshofes und ein Archiv, in dem das Schriftgut verwahrt wird, das der Krieg verschont und das sich seitdem wieder angesammelt hat.

Höhepunkt eines jeden Jahres ist für die Mitglieder von HAUS SEEFAHRT die Generalversammlung mit der Wahl von drei neuen Kaufmännischen Mitgliedern, die dann jeweils im übernächsten Jahr gemeinsam mit sechs Kapitänsschaffern die Schaffermahlzeit ausrichten. Die Berufung zum Kapitänsschaffer erfolgt, anders als bei den Kaufleuten, in der Reihenfolge der Aufnahme in die Stiftung. An der Schaffermahlzeit nehmen jeweils ca. 100 Kaufmännische und Seemännische Mitglieder teil, die schaffen oder geschafft haben. Dazu kommen etwa 100 auswärtige Gäste aus Wirtschaft, Kultur, Politik und Verwaltung - die aber nur einmal in ihrem Leben an der Schaffermahlzeit teilnehmen dürfen. Der bei der Schaffermahlzeit durchgeführte Spendenaufruf sichert der Stiftung den wesentlichen Teil der finanziellen Mittel, die sie zur Erfüllung ihrer selbstgestellten, in der Verfassung festgelegten Aufgaben benötigt.

Für den Bau eines Hafens hatten die Bremer kein Geld - Haus Seefahrt sprang ein

Schiffe der Hansestadt Bremen waren im 16. Jahrhundert auf den damaligen Weltmeeren zu Hause. Bremer Seeleute gingen in spanischen, isländischen, englischen, irländischen, norwegischen und baltischen Häfen an Land. Bremer segelten nach Afrika und zu den Kanarischen Inseln. Die Bremer Hans Stade, Hans von Bruchhausen und Hans Brant unternahmen eine Handelsfahrt nach Lissabon und Brasilien. Nur nach Hause, in ihren Heimathafen Bremen, konnten sie mit ihren Schiffen nicht fahren.

Größere Schiffe, die Ladung für Bremen an Bord hatten, mußten ihre Reise weit unterhalb der Stadt beenden. Die von ihnen mitgebrachten Waren mußten bei Brake auf flache Weserkähne umgeladen werden, denn die Weser bei Bremen versandete mehr und mehr. Das Ende der blühenden Hafen- und Handelsstadt Bremen schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Bereits Ende des 16. Jahrhunderts wurden erste Schritte für den Bau eines Hafens in Vegesack, am Aumunder Tief, eingeleitet. Immer wieder kam es zu Besichtigungen, zu Inspektionen. Eine Delegation des Rates nach der anderen reiste nach Vegesack, um die Möglichkeiten eines Hafenbaues zu erörtern.

Man muß aber dazu sagen, daß die Bremer - auch ohne Hafenbau - vor gewaltigen Ausgaben standen, wobei der Umbau des Rathauses durch Lüder von Bentheim finanziell nur eine verhältnismäßig unbedeutende Rolle spielte. Viel wichtiger war die Sicherheit der Stadt.