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Als ein Eisberg die " Wilhelmina " verschlang und Bremer in der Jammerbucht strandeten Wenn Kapitän George H. Will ins Klönen kam, draußen im Haus Seefahrt, wo er die letzten Jahre seines Lebens verbrachte, dann war wohl oft die Rede von der alten 19000 BRT großen "Berlin", dem ersten Nachkriegs-Passagierschiff des Norddeutschen Lloyd, auf dem -damals hieß es noch "Gripsholm" -1953 die LloydfIagge gehißt wurde. Kapitän Will war der letzte Kapitän auf der "Berlin" ("ein gemütliches Schiff!") gewesen. Er mußte sie 1966 nach La Spezia zum Abwracken bringen. Ein trauriges Kapitel. Häufig aber erzählte er auch aus Vorkriegstagen, als er als junger Lloyd-Offizier auf kleinen Frachtern die Weltmeere befuhr, Frachter, die nicht viel größer waren als heutzutage Binnenschiffe. "Einmal, in einem fürchterlichen Sturm", erzählte er, "war unsere Ladung ins Rutschen gekommen, und der Kapitän lag krank in seiner Kajüte. Aber der Erste, ein tüchtiger Seemann, hat's geschafft -mit sehr viel Ruhe und ein bißchen auch mit Glück." Verrutschte Ladung konnte ein Schiff zum schnellen Sinken bringen. Und ein alter Kapitän erzählte aus seiner Matrosenzeit. "Ich hatte gerade einen Schiffbruch in der Ostsee hinter mir und konnte gleich danach auf einern Dreimaster anheuern. Das Schiff sollte in zwei Tagen auslaufen. Die Zeit bis dahin war für mich die Hölle. Ich konnte nicht schlafen. Und während der Ausreise war es noch schlimmer. Plötzlich brach ein Wetter los, daß sich der Kapitän gezwungen sah, wieder in den Hafen zurückzukehren. Da nahm ich meinen Sack und sagte ade. Am nächsten Tag fuhr das Schiff ohne mich. Man hat nie wieder etwas von ihm gehört. Eine innere Stimme hatte mich gewarnt." Einer der ersten Bremer Schiffer, die über ihr Leben geschrieben haben, war Brüning Rulves, einer der ersten Bewohner des Hauses Seefahrt. Er erlebte im Jahre 1557 einen Schiffbruch, bei dem sein Stiefvater, der Schiffer Hinrich van Mynden, zusammen mit vielen Seeleuten und Kaufleuten sein Leben verlor: "Anno 1557, vier Wochen vor St. Michaelis, liefen drei Schiffe aus von Bergen, mit Namen Schiffer Hinrich van Mynden, Albert Müller, Johan Münsterman, beladen mit Fischen. Sie liefen zusammen längs des Leth und auch zusammen in Schüttenys aus und kriegten so schweren Sturm vor Michaeli und alle drei Schiffe strandeten unter Jütland. Johan Münsterman kam ab von uns, strandete oberhalb des Bovenbergs im Süden und die ganze Besatzung rettete sich bis auf einen Mann, dem brach das Bein entzwei, er hieß Gerdt Honfelt; auch konnten sie einiges Gut bergen. Und wir mit Schiffer Hinrich van Mynden und Albert Müller, wir waren stets zusammen bis wir zusammen vor Anker gingen. Zur Abendzeit lagen wir nicht weiter von einander und kamen nicht weiter von einander an den Strand als von der Weserbrücke bis zum Steffenszwinger. So hatten wir so schweren Sturm, daß wir hintrieben unter Jütland und konnten auf keine Weise davon abhalten, auch kein Segel führen und bemerkten das Land am Sonntag nach Michael den 3. Oktober Abends. Und von seinen Leuten kamen 7 um, Gott sei der Seele gnädig. Und ich Brüning Rulves und Asmes van Mynden, ein Hamburger (er war mit uns gefahren als Bootsmann), waren am Strande als er [Albert Müller und sein Schiff] ankam, und das andere Volk, das von dem des Schiffers Hinrich van Mynden sich gerettet hatte -es waren 16 Mann -lief landeinwärts, wo der Junker Haus hält; wie es heißt, war es früher ein Kloster. Brüning Rulves und Asmes van Mynden waren früh Morgens am Strande, damit die Bauern die Todten nicht plünderten, aber es kam keine Leiche an Land an dem Morgen. Und wir Beiden waren am Strande, als er [Albert Müller] Mittwoch Morgen aufgelaufen kam und wir blieben mittwoch Nacht bis drei Uhr und brachen das Tauwerk los und es war dunkel und Niemand am Strand, der uns Hülfe leistete als Gott der Herr allein, auf den ich mich allezeit verlasse. Und wir strandeten unter Jütland zwischen den Holms und dem Bovenberg und das Land heißt Tue und es ist ein Eiland und es liegt ein Kloster darauf eine Meile landeinwärts, es heißt Westerwyk, das besaß ein Ritter, hielt auf dem Kloster Haus, er hieß Knut Güldenstern, den hatte der König damit belehnt mit dem Lande, es war früher ein Mönchskloster gewesen." |



