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466. Bremer Schaffermahlzeit "Schaffen Schaffen unnen un boven, unnen un boven Schaffen!" Am 12. Februar 2010 findet die 466. Bremer Schaffermahlzeit in der oberen Rathaushalle statt.
Die Schaffermahlzeit in Bremen ist das älteste fortbestehende, sich alljährlich wiederholende Brudermahl der Welt, und diese Tradition besteht fort als Bewahrerin alter Überlieferung und als Verbindung zwischen der Schifffahrt und den Kaufleuten, „damit sie zu ewigen Tagen fest und unverbrüchlich gehalten werde“, wie es der Rat der Hansestadt Bremen schon 1545 formulierte.
Als Schaffer werden die Kaufmännischen Mitglieder der Stiftung Haus Seefahrt bezeichnet, die zwei Jahre nach ihrer Wahl zu Mitgliedern (auf der Generalversammlung) die Schaffermahlzeit ausrichten. Jedes Jahr wird die Schaffermahlzeit von den drei von der Generalversammlung "Haus Seefahrt" gewählten kaufmännischen Schaffern ausgerichtet, in diesem Jahr sind das Peter Hoedemaker, Stephan Ilsemann und Christian Koopmann.
Ursprünglich war die Schaffermahlzeit ein Abschiedsessen, das Kaufleute und Reeder alljährlich am Ende des Winters ihren auf Fahrt gehenden Kapitänen gaben. Seit Jahrhunderten hat sich an den Regeln während der Schaffermahlzeit nichts geändert. Frauen müssen draußenbleiben, Männer in Frack und Zylinder zum Mahl in der oberen Halle des Rathauses erscheinen. Auswärtige Gäste, vielfach Geschäftspartner, dürfen nur ein einziges Mal in ihrem Leben teilnehmen, weshalb eine Einladung als große Ehre gilt. Beim Einlass der Teilnehmer vom Festsaal des Neuen Rathauses in die Obere Rathaushalle des Alten Rathauses beginnt bei Öffnung der Tür das Hanseatische Salonorchester mit dem "Einzug der Gäste" aus der Oper "Tannhäuser" von Richard Wagner. Eröffnet wird das Mahl mit dem Ruf: "Schaffen, schaffen unnen un boven - unnen un boven schaffen!" durch den Verwaltenden Vorsteher des Haus Seefahrt. In rund fünf Stunden werden sechs Gänge serviert. Dabei folgt die Speisenfolge der alten Tradition. Die Schaffermahlzeit beginnt mit einer Bremer Hühnersuppe und endet mit Rigaer Butt. Die Mahlzeit läuft nach einem festen Ritus ab. Und da nach dem Abtragen der Suppenteller für die Folgespeisen nur ein Bestecksatz zur Verfügung steht haben alle Teilnehmer - außer anderem - Löschpapier für die Reinigung von Messer und Gabel beim Gedeck liegen. Als weiterer fester Brauch gilt, nach den wichtigsten Reden ein lautes und kräftiges hepp - hepp hepp - hurrah auszurufen. So zum Beispiel nach der Rede auf Bundespräsident und Vaterland, nach der Rede auf Bremen und den Senat, nach der Rede auf Handel Schiffahrt und Industrie, nach der Rede auf Haus Seefahrt, seine Vorsteher und Ober-Alten, nach der Rede auf die Kapitänsschaffer, nach der Rede auf die auswärtigen Gäste, nach der Dankesrede des Verwaltenden Vorstehers von Haus Seefahrt und nach der Damenrede eines Kapitäns. Nach der Rede des 2. Schaffers auf Bundespräsident und Vaterland singen alle Anwesenden gemeinsam die 3. Strophe des Deutschlandliedes. Reden und Festessen finden bis 19.30 Uhr statt. Danach beginnt der Seefahrtball - mit Frauen und Tanz. Beendet wird das Fest pünktlich um 22.00 Uhr. | | | | | |